Die Tradition des Ladakhi Statuenbaumeisters Chhemet Rigzin

 

Es gibt zurzeit in Ladakh fünf namhafte Statuenbauer. Unser Interesse galt besonders dem berühmtesten unter ihnen: Nawang Tsering aus Leh. Wir besuchten alle Klöster, in denen seine Arbeiten zu sehen sind. Jedes Mal war es ein Genuss, diese Arbeiten zu sehen und vor ihnen zu meditieren. Seine etwa sieben Meter hohe Maitreya-Statue im Kloster Tikse wurde zum Wahrzeichen Ladakhs. Nachdem wir die Adresse Nawang Tserings ausfindig gemacht hatten, besuchen wir ihn. Dabei stellt sich heraus, dass sein Sohn, Chhemet Rigzin, selber Statuenbauer ist und Englisch spricht. Wir luden Chhemet Rigzin nach Braunschweig ein, um hier eine Statue in seiner Technik zu bauen.

Chhemet wurde 1972 als Sohn des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Statuenbauers Nawang Tsering geboren, die Familie gehört der Schule der Drugpa-Kagyüs an. Schon während der Schulzeit arbeitete Chhemet gerne beim Vater und malte. Er besuchte die Statuenbauklasse im Institut for Buddhist Studies in Choglamsar in Leh/Ladakh. Der Vater war zu dieser Zeit der Lehrer der Statuenbauklasse. Chhemet schloss die sechsjährige Ausbildung als Bester ab. Die von ihm erlernte Statuenbau-Tradition hat ihre Wurzeln in Tibet.

Schon während der Ausbildung modellierte er in der Werkstatt des Vaters. Heute ist Chhemet verheiratet und hat fünf Kinder. Er hat sowohl Aufträge von Klöstern in verschiedenen Orten, als auch von Privatpersonen aus dem In- und Ausland. Als wir Chhemet 2009 trafen, hatte er schon seit einiger Zeit den Wunsch, nach Europa oder in die USA zu reisen, um dort als Statuenbauer tätig zu werden.

 

 

Ateiler 1

 

Nawang Tsering in Leh, Ladakh

 

Chhemet Rigzin vergoldet die Statue