Chhemet Rigzin

 

Chhemet wurde 1972 als Sohn des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Statuenbauers Nawang Tsering geboren. Schon während der Schulzeit arbeitete Chhemet gerne beim Vater und malte.

Er besuchte die Statuenbauklasse im „Institut for Buddhist Studies“ in Choglamsar in Leh/Ladakh. Der Vater war zu dieser Zeit der Lehrer der Statuenbauklasse. Chhemet schloss die 6-jährige Ausbildung als Bester ab. Schon während der Ausbildung modellierte er in der Werkstatt des Vaters.

Die Familie gehört der Schule der Drugpa-Kagyüs an. Chhemet ist verheiratet und hat 5 Kinder. Er hat Aufträge von Klöstern in verschiedenen Orten, als auch von Privatpersonen aus dem In- und Ausland.

Neben den uns hier bekannten Metallstatuen werden besonders in Bhutan und Ladakh Statuen aus ungebranntem Ton hergestellt. Im Gegensatz zur buthanesischen Lehmstatuenbau-Technik baut Chhemet zuerst einen Kern aus einem Sand-Tongemisch. Dieser wird, nachdem er getrocknet ist, mit Baumwollstoff, getränkt in Kleber, bezogen. Die letzte Schicht besteht aus Jutegewebe. Ist dieser Stoff getrocknet, schlägt man das Ton-Sandgemisch heraus. Dann modelliert der Statuenbauer zuerst mit einer Jute-Ton-Leimmischung und anschließend mit feinerem Baumwoll-Leim-Ton. Einzelne Elemente wie Gesicht, Hände und auch Kleidungssegmente werden separat auf Holzbrettern modelliert und anschließend mit Leim an den modellierten Körper geklebt.

 

Dawa Lhadipa

 

 Dawa wurde in Yolmo in Nepal geboren und vertritt den traditionellen Karma Gadri Malstil unserer Linie. Er ist ein berühmter buddhistischer Künstler und malt u.a. die Gompa in Karma Guen in Spanien aus.

 Dawa durfte mit 13 Jahren das Studium der Malerei beginnen. Er lernte bei privaten Lehrern, weil es keine Schulen gibt, an denen man die Malerei studieren kann. Nach eineinhalb Jahren Studium bei Gega Lama lernte er bei anderen Lehrern wie z.B. Tashi Tsewang. Jeder Lehrer gab ausführliche Belehrungen über Mandalas, Stupas, Mantras, die Maße, die Farben und vieles mehr. In der Ausbildung, die nicht durch eine Abschlußarbeit beendet wird, muß man viel zeichnen und viele Bücher über kanonische Ikonometrie, Symbolik, Proportionen und Maße der Formen und Figuren lesen. Früher dauerte eine vollständige Ausbildung 13 Jahre, mindestens jedoch 9 Jahre.

 Für Dawa war es schwierig sein Studium abzuschließen, da es ihm nicht möglich war, kontinuierlich zu lernen; manchmal konnte er nicht zu einem Lehrer gehen, weil dieser zu weit weg lebte, ein anderes Mal fand Dawa ihn nicht und es kam vor, dass er zugleich lernen und arbeiten mußte. Seine Abschlussarbeit erfolgte bei Tenga Rinpoche. Als Dawa die Lehre bei ihm beendet hatte und immer noch das Gefühl hatte, nicht fertig zu sein, ging er zu Gega Lama, um nach weiteren Unterweisungen zu fragen. Dieser sah Dawas Arbeit und sagte ihm, dass er ihm nichts mehr beibringen könne. Dawa sei ein ausgezeichneter Künstler und solle nun seine Fähigkeiten weiter entwickeln und weiter für den Dharma und zum Nutzen aller Wesen arbeiten. Danach fing Dawa an, seinen Fortschritt selbst zu gestalten und ohne Aufsicht eines Lehrers zu malen. Seit dieser Zeit arbeitete er in 27 Klöstern und malte viele Thangkas und Wandmalereien in USA, Asien, Singapur, Malaysia, Indien, Nepal und in Karma Guen in Spanien.

 

 Neben dem Erlernen der Technik der Malerei ist es unerlässlich, einige Jahre dem Dharma-Studium zu widmen. Dawa musste die Belehrungen bei anderen Lehrern suchen als bei denen, die ihm die Maltechniken beibrachten. Er lernte vor allem in einem Ka-Nying-Kloster, einer Mischung aus Nyingma- und Kagyü-Traditionen, studierte in Yolma Gangra, Kathmandu, in Rumtek und später bei privaten Lehrern. Seine ganze Familie gehört zur Karma Kagyü Linie. Dawas Vision ist es, eine Malschule zu gründen, in der der Karma Gadri Stil gelehrt und gelernt wird. Auch der 17. Karmapa Thaye Dorje  und Pedro Gomez sind sehr daran interessiert, um die Maltradition der Karma Gadri Schule zu erhalten.

 

Den Artikel über Dawa Lhadipa findet Ihr hier